Über den Mut, meinem Schatten zu begegnen

Licht ins Dunkel

Aufprall

Oh wie sehr hast du mich getriggert, wenn du laut warst, so viel geredet hast, dass niemand anderes zu Wort kam, andere klein gemacht hast und geprahlt hast. Alle Sätze mit „Ich, Ich, Ich“, hervorgehoben, deine Grossartigkeit, deine Fülle, deinen Erfolg. Die Erlebnisse anderer mit Ich-Erlebnissen, die noch grösser, toller und besser waren, als alles was wir erzählten, je erlebt haben, toppen konntest. Es kotzt mich immer noch an. Es lässt Wut in mir hochsteigen, Gegenwehr, Verteidigung der Unterdrückten, mein Gerechtigkeitssinn ist full on – ich konnte nicht mehr still sein, meine Klappe halten, die Vorlage war zu verlockend, die Bemerkung hat gesessen, war verletzender als beabsichtigt.

In der Stille

Ich möchte die leisen Stimmen der anderen auch hören, ihre Geschichten, ihre Erlebnisse, ihre Gefühle, ich möchte die Meinung, die Perspektiven aller hören, ich wünsche mir einen Raum, wo Ruhe und Stille Platz hat. Wo wir uns auch wortlos unterhalten können. Wo aus der Leere Neues entstehen kann und darf.

Der Trigger – mein Schatten

Was für ein Zufall oder eben nicht, dass gerade heute die Schattenarbeit dran ist, die Konfrontation mit dem was mich triggert, mich wütend macht, mich aufwühlt, mich Dinge tun und sagen lässt, die ich sonst nicht mache, wenn ich in meiner Kraft, in meiner Mitte bin.

Konzept Erde

Doch das ist nicht das Konzept Leben. Es ist nicht rein weiss, nicht nur Licht und Liebe. Deshalb die Trigger, die wunden Punkte, der Schmerz und das Leid, deshalb der Kampf, damit ich lerne, brenne, weine, meinen Dämonen in die Augen blicke, sehe, was für ein Fehler ich bin und ihn annehme, voll und ganz. Der Neid, die Missgunst, die Verletzlichkeit, die Ohnmacht, das Böse, das Angstvolle, Ausgelieferte, Wütende, Verrückte, Passive, Fette, Depressive, Lethargische genau so annehme, wie das Wunder, das ich bin.

Die Antiheldin

Das Geschenk dahinter? Mehr Klarheit und Bewusstsein, dass diese Antiheldin in mir schlummert. Ich habe sie an die Oberfläche geholt, ans Licht, diese Kreatur, die so lange in der Dunkelheit versteckt war. So lange habe ich sie unterdrückt, dieses Wesen das auch Teil von mir ist, nun darf es ans Licht. , diese Kriegerin, die die Aggressivität, Wut, Boshaftigkeit verkörpert, die diese Energie einsetzt, in ihrem Kreuzzug für Gerechtigkeit und dabei nicht merkt, dass genau das auch wieder Ungerechtigkeit erzeugt.

Was lehrt mich das? Demut gegenüber der Kraft und Stärke die in mir steckt und das Bewusstsein, dass diese Kraft sowohl für Gutes wie Böses eingesetzt werden kann. Macht. Grösser als ich dachte, aber nicht als ich fühlte.

Grösse und Verantwortung

Ich fühle diese Grösse und sie macht mir Angst. So viel Verantwortung. So viel Kraft. Wie kann ich es schaffen, die Dunkelheit anzunehmen, zu integrieren und mich als Teil davon zu sehen, ohne dass ich verletze, zerstöre, zu viel bin?

Ich danke dir fürs Triggern. Es hilft mir, diesen Prozess noch schneller in Gang zu bringen. Noch mehr zu wachsen und zu wagen, in meine wahre Grösse einzutauchen, voll und ganz. Ich danke mir, für das Leben, für das Eintauchen, für das Mitmachen. Ja, ich habe mich entschieden, ich bin gekommen um zu bleiben. Es ist gut so, es ist richtig so. Es darf dunkel sein, doch ich entscheide mich für das Licht, die Leichtigkeit, die Freude, die Fülle.

Mut zur Dunkelheit

Ich habe den Mut, meiner dunkeln Seite in die Augen zu blicken, dieser schwarzen Kraft, mich bei ihr zu bedanken und sie mitzunehmen, diese schwarze Welle, denn ich brauche die Energie. 

Es gibt noch viel zu tun.

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